#TeamLeni

Eine Bewegung für Magdalena Breymaier 

Seit kurzem beginnen immer mehr Organisationen und Privatpersonen Bilder auf sozialen Plattformen unter dem Titel „#TeamLeni“ zu posten. Die Bilder zeigen einzelne Personen, welche ein Blatt mit dem gleichnamigen Titel der Bewegung in die Kamera halten. Es soll Solidarität gegenüber der SPD-Politikerin Leni Breymaier ausdrücken. Gleichzeitig setzt es ein Statement gegen Prostitution. Auslöser dafür ist eine Anklage von etwa 50 Bordellbesitzern, die Breymaier unter dem Vorwurf der Verleumdung vor Gericht ziehen wollen. 

Wir von den Schattentöchtern haben uns der #TeamLeni-Bewegung angeschlossen. 

Wie kam es dazu?

Als sich Leni Breymaier für das nordische Modell und somit für ein Sexkaufverbot aussprach, setzten Bordellbetreiber und Befürworter der Prostitution die Segel: Breymaier wird nun unter Anklage Verleumdung vorgeworfen. „In einem ordentlichen Gerichtsverfahren soll die Schuld von Frau Breymaier festgestellt werden.“ schreibt der Bundesverband für Sexuelle Dienstleistungen e.V.[1]

Der Auslöser der Anklage war ein Beitrag Breymaiers, in der sie die Schließung der Bordelle aufgrund der Corona-Pandemie befürwortet. In einem Artikel der Funke Mediengruppe kritisierte sie die finanzielle Unterstützung von Bordellen innerhalb der Coronakrise. Es könne nicht sein, ,,dass der Staat Kriminelle unterstützt, indem er Steuergeld an Bordelle ausreicht, in denen Frauen zur Prostitution gezwungen werden und es zu massiven Menschenrechtsverletzungen kommt.“[2] waren ihre Worte auf der Pressekonferenz.

Es ist allgemein bekannt, dass viele Betriebe aufgrund der Pandemie hohe Verluste machen. Erst vor kurzem musste das bekannte Kölner Laufhaus „Pascha“[3] schließen. Breymaier vergießt darüber jedoch wohl keine Träne. „Ich finde es gut, wenn Bordelle pleitegehen.“ sagt sie sehr deutlich in einem Interview mit der taz[4]

Trotz der radikalen Wortwahl ist uns der Kern ihrer Argumentation ebenso bekannt wie lebensnah:

Es gibt viel zu viel kriminelle Energie, zu viel Zwang und zu viel Gewalt in der alltäglichen Prostitution, um von einer normalen Arbeit zu sprechen, die eine Unterstützung des Staates erforderlich hätte. Nicht mitgerechnet, dass die finanzielle Ausbeutung der Prostituierten häufig mit dem vortäuschenden  Zahlen von Steuern einhergeht. Die „Steuern“, die die Frauen abgeben müssen, fallen in der Regel unter den Tisch direkt in die Taschen der Zuhälter. Diese Erfahrungen haben uns Frauen mitgeteilt, die aus dem alltäglichem deutschen Rotlichtmilieu kommen. Des Weiteren ist es Fakt, dass die Intensität der organisierten Kriminalität mit der Legalisierung von Prostitution zusammenhängt. Es werde „Menschenhandel in Ländern ohne gesetzliches Prostitutionsverbot in einem größeren Umfang registriert als in Ländern, in denen die Prostitution verboten ist“ wie eine Studie des Alfred-Weber-Instituts für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Heidelberg feststellte[5].

Deshalb unterstützen wir und einige andere Organisationen Breymaiers Ziel, die Prostitution, im

Rahmen des nordischen Modells, zu beenden. Uns ist allen gegenwärtig, dass Prostitution in der Regel kein Beruf ist. Es ist Brutalität, Ausbeutung und eine Missachtung von Menschenrechten. In unserem ersten Blogeintrag „Deutschland-das Bordell Europas“ gehen wir ebenfalls darauf ein, weshalb wir das nordische Modell als sinnvollen Lösungsansatz sehen. In diesem Modell werden die Prostituierten geschützt, indem der Verkauf von Prostitution gesetzlich als legal, aber der Kauf als illegal gelten soll. Länder wie Norwegen und Frankreich haben dieses Modell bereits in ihrer Gesetzgebung umgesetzt. Gerne wollen wir auch dich, liebe Leserinnen und Leser, dazu ermutigen an dieser Bewegung teil zu nehmen, damit wir gemeinsam ein Statement gegen Prostitution und für die Menschen setzen können! 


[1] https://bsd-ev.info/wp-content/uploads/2021/01/Causa-Breymaier-Pressemitteilung-06.-01.2021.pdf

[2] vgl. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/bordellbesitzer-zeigen-breymaier-an-100.html

[3] https://www.morgenpost.de/vermischtes/article231260420/Corona-Krise-Koelner-Bordell-Pascha-schliesst-endgueltig.html

[4] https://taz.de/Streitgespraech-Prostitution/!5735935/

[5] vgl. https://www.uni-heidelberg.de/presse/news2013/pm20130527_prostitution.html

(zuletzt zugegriffen: 18.01.2021)