Deutschland – das Bordell Europas

 Die Legalisierung der Prostitution war dazu da Frauen Rechte zu bringen, aber brachte kaum mehr als einen schlechten Ruf

 

Prostitution ist in Deutschland erlaubt und trifft in unserer westlichen Gesellschaft immer mehr auf Zustimmung. Kein Wunder, dass Bewohner anderer Länder, in denen die Gesetzeslage strenger ist, die deutsche Situation gerne wahrnehmen. Begriffe wie „Sextourismus“ sind schon lange nichts Neues mehr. Das Bild des Ausländers, der Berlin als Partymeile betrachtet und in Hamburg alles bekommt, was sich in anderen Ländern eben schwerer anschaffen lässt, ist ebenfalls bereits bekannt. Doch warum auch meckern? Schließlich handelt es sich hier um eine wirtschaftlich profitable Win-Win-Situation in der doch niemand verletzt wird?

Das Problem hierbei ist der verblendete Blick auf die Prostitution selbst. Der CSU-Rechtsexperte Volker Ulrich erklärt: „Viele hängen noch immer dem Bild der freien, selbstbestimmten Sexarbeiterin nach. Die ist zwar ein gern gesehener Talkshowgast, aber leider die absolute Ausnahme“ (Die WELT 31.01.2015). Man schätzt, dass 9 von 10 Prostituierten in Deutschland ihren Körper aus einem Zwang oder aus einer Not heraus verkaufen (Freethem Deutschland e.V. 2017) Deutlicher formuliert bedeutet das: Deutschland ist mit seiner Gesetzeslage zu einem Dreh und Angelpunkt für Menschenhandel geworden.

Aber wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Die Idee, Prostitution zu legalisieren, entstand ursprünglich aus dem Motiv heraus einen gesetzlichen Schutz für die Personen zu bieten, die sich in der Prostitution befinden. Ist es ein Beruf wie jeder andere auch, so könnte man die Prostituierten ebenso wie jede andere berufstätige Person schützen. Dass die Bordelle nach der Legalisierung im Jahr 2002 wie Pilze aus den Boden sprossen und das Milieu einen neuen Frühling erleben würde war zwar abzusehen, aber immer noch besser als eine unkontrollierbare Untergrund Szene.

Es ist jedoch Manuela Schwesig die treffend formuliert, dass es „einfacher ist, ein Bordell zu eröffnen als eine Imbissbude“ (Die WELT 31.01.2015) und die damit der Ursprungsidee dieser Gesetzgebung ein Kontra gibt. Die Umstände in denen die Prostituierten arbeiten sind von labilen Auflagen und einem großen Dunkelbereich geprägt. Die Gesetze, die wir derzeit haben, ändern kaum etwas an der Lage.

Die Legalisierung war dazu gedacht den Personen in der Prostitution Rechte einzuräumen, aber aus der Praxis wissen wir: Die Rechte werden von den Betroffenen kaum angenommen – kaum welche haben eine Krankenversicherung eine offizielle Wohnanmeldung oder eine gesundheitliche Vorsorge. Wenige kennen überhaupt ihre Rechte.

Also hat die Legalisierung der Prostitution nicht das gebracht, wofür sie gedacht war. Die Legalisierung hat ferner eine Offerte ausgesprochen, die Deutschland mehr als nur einen schlechten Ruf einbrachte. Wir wurden vielmehr zu einem leicht erreichbaren Nährboden für organisiertes Verbrechen und Untergrundgeschäften, welche sich unsere Gesetzeslage sowie die geographische Lage unseres Landes zu nutze machen. Denn vor allem Menschenhandel ist für sie ein durchaus profitables Geschäft.

Wie können wir in unserem Land Veränderung bringen?

Ein Ansatz ist dabei das Nordische Modell, welches u.a. in Schweden besteht. Hierbei werden nicht Prostituierte bestraft, sondern Freier, die zu einer Prostituierten gehen.

Es nimmt dem Boden die Nährstoffe. Mit diesem Verbot würde die Nachfrage generell nach Prostitution sinken. Gleichzeitig schützt es die Menschen, die Opfer von Zwängen und Bedrängnissen geworden sind und zieht deren Lage nicht noch weiter in den Untergrund. Damit wären wir dem Ziel ein friedvolles Deutschland zu sein, dass sich auch um die Schwachen in ihrer Not kümmert, einen großen Schritt näher.