Projekt Schattentöchter richtet sich gegen den Menschenhandel
und Zwangsprostitution.
Wir unterstützen betroffene Frauen, begleiten sie beim Ausstieg
und betreiben Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit über dieses Elend.

Betroffene Frauen in Zwangsprostitution entgehen der Wahrnehmung der Öffentlichkeit, da sie oft versteckt gehalten und von der Gesellschaft nicht als Frauen in Not wahrgenommen werden.

Dennoch sind sie Töchter von Familien, aus denen sie oftmals gewaltsam und mit falschen Versprechungen herausgerissen wurden.

Unser Ziel ist es Prostitutionsstätten zu lokalisieren und vor Ort Beziehungen zu den Frauen aufzubauen.

Den betroffenen Frauen vermitteln wir auf ihren Wunsch Wege zum Ausstieg aus der Prostitution.

Wir betreiben eine Schutzwohnung, in der wir Frauen vom Zeitpunkt ihres Ausstiegs aus der Prostitution bis zur Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben begleiten und unterstützen.

Gleichzeitig wecken wir durch Aufklärungsarbeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und erhoffen uns dadurch ein Umdenken in Gesellschaft und Gesetzeslage.

  • Wir orientieren uns an biblischen Maßstäben.
  • Wir glauben, dass jeder Mensch von Gott gewollt und zur Freiheit bestimmt ist.
  • Kein Mensch ist unserer Ansicht nach käuflich oder verkäuflich.
  • Kein Mensch hat das Recht dazu, Frauen zu vergewaltigen oder zu missbrauchen.

Marco Michalzik – Unsichtbar

Ich hab dich heute getroffen, du hast mir deine Geschichte erzählt.  Hast gesagt, das ist mein Leben, willkommen in meiner Welt. Und nichtmal in den dunkelsten Abgründen meiner Alpträume habe ich mir so etwas vorgestellt. Und am Ende wollte ich dann weinen und schreien, wieso ist dieses Leben eigentlich derart gemein? Wie kann es zu einem Mädchen wie dir nur so unfair sein? Und dann wurdest du plötzlich so still, hast mir den Finger auf die Lippen gelegt und die Flut der Wut gestoppt, die sich Bahn brechen will. Und du hast gesagt, dass du verstehst das ich jetzt wütend bin, weil ich denke dass das Leben dir übel mitgespielt hat. Dass du einfach so viel Pech hattest, Schicksal – halt zur falschen Zeit am falschen Ort und das du es nachvollziehen kannst, das ich es diesen Typen die dafür verantwortlich sind am liebsten heimzahlen würde. Aber dann hast du gesagt, ja diese Geschichte ist wirklich zum Weinen, und man sollte meinen in einem Land wie unserem passiert das sonst keinem. Einzelschicksal, auch zwar schockierend,  aber mahnend allein. Doch das ist nicht der Fall. Leider nein.

 Und du erzählst mir von diesem Mädchen, von diesem Mädchen, das du einmal warst und nie wieder sein wirst. Dieses Mädchen, dass es jedoch tausendfach gibt, und das oft doch nur heim will. Und du sagst, stell dir vor, sie steht da, jeden Tag, und wünscht sich sie wär unsichtbar. Angepriesen und vermarktet, wie Laptops im Saturn Regal. Stiefel, Top und Minirock, die Uniform der Rotlichtbar. Schminkt sich ein falsches Lächeln auf, für das helle Kunstlicht da. Falsche Komplimente und sie weiss das sie nur Unsinn waren. Dann der viel zu kurze Rock, den sie ihr zum Umziehen gaben. All die Typen die nur nahmen und nichts gaben, ausser 50 Euro, wenn sie sie für ihren Dienst bezahlen. Reissen weitere innere Narben, das Herz aus Glas, hat sie vergraben, seinen Ort niemand verraten. Seit dem Tag an dem sie kamen, und ihr ihre Freiheit nahmen. Männerhände, die sich nahmen was sie wollten ohne Gnade, seit sie kamen an dem Abend, an dem sie gerade 13 war. Irgendwie war ihr schon klar, dass das so nicht richtig war. Doch hat sie nie jemand gefragt, was ihr im Leben wichtig war. 

Keiner sieht die Signale, die sie sendet, kodiert, selbst als sie offen legt, alles ist… garnichts passiert. Augen verschliessen, das will ich nicht sehen. Und was für mich nicht da ist, das kanns auch nicht geben. Extrem. Keiner glaubt ihr in ihrem Leben. So schafft sie sich selber ihr kleines System. Eine Traumwelt im Herzen, ein Narnia der Seele. In dieser Welt ist alles okay. Sie ist einfach ein Mädchen, alles so friedlich und Papa mag mich, beschützt mich und liebt mich. Es gibt sicher eine Begründung dafür, dass er jetzt nicht hier ist. Auch dass er das Geld nimmt, dass dieser Mann für mich bietet. Ich weiss er ist krank und er braucht Medizin. Und um ihm die zu besorgen muss sie es am Morgen, jedem dieser Männer besorgen. Warme Gefühle nun alle erfroren, wem soll sie glauben, die haben doch alle gelogen? Selbst ein paar Lehrer boten ihr gute Noten, wenn sie sich hinkniet auf den Boden und zeigt, ob es denn stimmt, was man so über vernimmt, ein Kind. Wunderschön und liebenswert, doch woher soll sie das wissen, wenn sich keiner um ihr Leben schert? Warum heisst es Liebe machen, wenn mich doch keiner lieben kann? Ausgetauscht durch fieses Lachen, stunden- manchmal nächtelang. Nach jeder Nacht ein neuer Morgen, steht die gleiche Höllenqual, abgestumpft und abgefunden, jetzt ist eh alles egal. Und so steht sie da, jeden Tag, vor dem Spiegel, und wünscht sich sie wär unsichtbar.  

Doch dann rennt sie, als der Typ gerade nicht aufpasst, der auf sie aufpasst und sie rennt, rennt so schnell sie kann, in einer Stadt in der sie niemanden kennt. Leere Hände, nichts ausser dem buchstäblichen letzten Hemd, das an ihr hängt und rennt in ein besseres Leben in dem sie niemand bedrängt. In dem kein Mann einfach kommt, sie sich nimmt, mit ihr pennt. In dem ihr Wert so viel mehr ist als ein paar tausend Cent. Doch eigentlich weiss sie garnicht wirklich wohin. Und wenn du fliehst ohne Ziel, dann fliehst du auch ohne Sinn. Wozu denn rennen? Die finden mich ohnehin. 

Und ich schreib hier von Menschenhandel. Doch frag mich, wie lang noch bis wir Menschen handeln? Die Minute des Schweigens ist hiermit vorbei, egal ob aus Feig- oder Betroffenheit. Ich schreib das für meine Augen, ich will das ihr offen seid. Und für meine Hände, dass ihr hingeht und helft, wenn sich die Chance zeigt. Ich schreib das für meine Ohren, dass ihr denjenigen glaubt, die auf euch zukommen. Und für meinen Mund, ich will das du nicht schweigst, und zeigst welche Ungerechtigkeit sich breit macht auf dem Nährboden der Gleichgültigkeit, und Unwissenheit. 

Aber unwissend seid ihr nun nicht länger. Zeit etwas zu bewegen, hinsehen und ändern. 

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